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Anreichern von Sondennahrung

Gebrauchsfertige Sondennahrungen (früher auch Flüssignahrungen oder Astronautenkost genannt) sind Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke (Bilanzierte Diäten) und erfüllen als solche die Vorgaben der Diätverordnung und können somit zur alleinigen Ernährung eingesetzt werden. Ein Anreichern mit Kalorien, Vitaminen, Mineralstoffen oder Spurenelementen ist im Normalfall nicht notwendig.

Applikation per Ernährungspumpe

Applikationsmethode, bei der die Sondennahrung mittels einer Ernährungspumpe verabreicht wird.

Applikation per Spritze

Applikationsmethode, bei der eine Spritze an der Ernährungssonde befestigt und von Hand betätigt wird.

Applikation über Nacht

Applikationsmethode, bei der Sondennahrung in der Nacht mittels Ernährungspumpe verabreicht wird.

Aspiration

Der Begriff Aspiration hat in der Medizin zwei Bedeutungen:

  • das Ansaugen von Flüssigkeiten o.ä. mit einer Spritze oder ähnlichem, sowie
  • das Einatmen von körpereigenen Sekreten (Speichel oder Mageninhalt) und körperfremden, festen und flüssigen Substanzen in die Atemwege.

Wenn der obere Magenschließmuskel nicht ausreichend schließt, kann bei liegenden Patienten Mageninhalt zurück in die Speiseröhre fliessen, bei fehlendem Hustenreflex über den Kehlkopf in die Atemwege gelangen und eine Entzündung hervorrufen. Während der Sondenernährung und bis etwa eine Stunde danach sollte der Patient zur Reduzierung der Aspirationsgefahr deshalb hoch gelagert werden, idealerweise sitzen.

Aspirationskontrolle

Aspirationskontrolle ist die Überprüfung des Gehalts an Nahrungsresten im Magen zur Abschätzung eines Aspirationsrisikos. Lässt sich im Rahmen dieser Kontrolle mehr als die Hälfte der letzten Nahrungsportion aspirieren, sollte eine erneute Nahrungsgabe hinausgezögert werden, da ein erhöhtes Aspirationsrisiko besteht. Nach etwa 1 Stunde sollte erneut eine Aspirationskontrolle erfolgen.

Aspirationsprophylaxe

Hierunter werden Vorsichtsmaßnahmen verstanden, die die Gefahr einer Aspiration vermindern.

Austauschsonde

Wenn eine PEG-Sonde defekt ist und ausgewechselt werden muss, können andere Sondensysteme mit gleicher Funktion verwendet werden. Sie werden einfach von außen in das bestehende Stoma geschoben und durch einen mit Flüssigkeit befüllten Ballon im Magen festgehalten. Typische Austauschsonde bei Kindern ist der Button ("Knopf").

Austrocknung (Dehydration)

Austrocknung (Dehydration) Eine erhöhte Umgebungstemperatur, Fieber, verringerte Flüssigkeitsaufnahme oder Flüssigkeitsverlust über bestimmte Organe führen zu einer Abnahme der Wassermenge im Körper. Eine erhöhte Flüssigkeitszufuhr ist in diesem Fall notwendig, da sonst die Gefahr einer Austrocknung des Körpers (Exsikkose) besteht.

Blocken einer Ballonsonde

Viele Austauschsonden sind mit einem Ballon an der Sondenspitze versehen. Der Ballon wird von außen über ein Ventil mit einer definierten Menge sterilen Wassers gefüllt und dient als innerer Rückhaltemechanismus, damit die Sonde nicht herausrutscht. Das Befüllen des Ballons wird auch Blocken genannt. Ein Blocken mit Luft sollte nicht erfolgen.

Bolusapplikation

Nahrungszufuhr, die in relativ großen Mengen über eine kurze Zeit erfolgt.

Button

Ein Button ist eine perkutane Austauschsonde, die auch als „Knopfsonde“ bezeichnet wird und insgesamt die kosmetisch beste Möglichkeit einer Sondenernährung in den Magen darstellt. Charakteristisch für den Button ist eine besonders kleine äußere Halteplatte, wodurch eine hohe Unauffälligkeit erreicht wird, da er unter der Kleidung fast unsichtbar ist. Durch seine Größe verhindert er eine Einschränkung der Bewegungsfreiheit. Der Austausch einer erstplatzierten PEG-Sonde durch einen Button kann normalerweise nach 6 Wochen erfolgen. Die Platzierung des Buttons ist sehr einfach, da er schmerzfrei durch das gut ausgebildete Stoma in den Magen eingeführt werden kann. Ein kleiner, mit sterilem Wasser befüllter Ballon am Ende des Buttons sorgt für einen sicheren Sitz im Magen. Während die Erstplatzierung des Buttons nach vorheriger Entfernung der PEG-Sonde im Krankenhaus erfolgt, kann ein späterer Wechsel des Buttons problemlos zu Hause durchgeführt werden.

Charrière (CH)

Maßeinheit für den Außendurchmesser einer Sonde. 1 Charrière (1 CH) entspricht 0,33 mm. Wird eine Sonde beispielsweise mit 14 CH beziffert, so bedeutet dies, dass die Sonde einen Außendurchmesser von 4,6 mm aufweist.

Dehydration

siehe Austrocknung

Desinfektion

Desinfektion Als Desinfektion bezeichnet man Maßnahmen, die ein Material durch Abtötung, Entfernung oder Inaktivierung krankmachender Mikroorganismen in einen nicht-infektiösen Zustand versetzen.

Dünndarmsonde oder Intestinale Sonde

Dünndarmsonde oder auch Intestinale Sonde genannt sind Ernährungssonden, die über den Magen hinweg in den Dünndarm gelegt werden. Sie werden beispielsweise eingesetzt, wenn Magenentleerungsstörungen vorliegen oder der Magen stark verkleinert wurde (Magenresektion). Gute Sondenpflege ist bei Dünndarmsonden zur Vermeidung einer Sondenverstopfung besonders wichtig.

Durchfall (Diarrhö)

Bei mehr als dreimal täglich dünnflüssigem Stuhlgang mit einem erhöhten Stuhlvolumen spricht man von Durchfall (Diarrhö). Die Ursachen für Durchfall können sehr vielfältig sein. Ein Grund hierfür kann die zu schnelle Verabreichung, eine zu kalte Sondennahrung, zu große Menge oder eine zu hohe Flussrate sein. Auch Unverträglichkeiten gegen bestimmte Inhaltsstoffe der Nahrung wie z.B. Milcheiweiß oder Milchzucker können Durchfälle hervorrufen. Wichtig ist es, die Ursache eines Durchfalls zu erkennen, da nur so eine geeignete Therapie durchgeführt werden kann.

Endoskop

Ein dünner und flexibler Schlauch, der durch den Mund in den Magen herabgeführt wird (zur Untersuchung und Sondenplatzierung).

Enterale Ernährung

Nahrungszufuhr, die direkt in den Magen oder Darm erfolgt. Die enterale Ernährung umfasst sowohl die Trinknahrungen als auch die Sondennahrungen.

Erbrechen

Erbrechen ist eine schwallartige Entleerung des Mageninhaltes entgegen der natürlichen Richtung. Es kann rasch einen Wasser- und Salzverlust sowie eine Unterversorgung an Energie zur Folge haben. Die Ursachen für Erbrechen können sehr unterschiedlich sein und sollten abgeklärt werden. Bei unstillbarem Erbrechen ist die Gabe von Sondennahrung nicht sinnvoll.

Ernährungspumpe

Immer dann, wenn eine besonders sichere und exakte Dosierung der Sondennahrung erforderlich ist, sollte die Zufuhrgeschwindigkeit über eine Ernährungspumpe gesteuert werden. So kann sichergestellt werden, dass der Patient die passende Menge Nahrung in der richtigen Zeit zugeführt bekommt. Bei einer Sondenernährung in den Dünndarm (siehe auch „Dünndarmsonde“) sowie bei der nächtlichen Sondierung sollte generell eine Pumpe Verwendung finden. Die meisten Pumpen verfügen über eine kontinuierliche Nahrungsgabe , aber es gibt auch Ernährungspumpen, mit denen portionsweise im Bolus (intermittierend) ernährt werden kann.

Flüssigkeitsbedarf

Gebrauchsfertige Sondennahrung (Flüssignahrung) enthält etwa 75–85 ml Wasser pro 100 ml Nahrung. Dieser Wassergehalt reicht jedoch nicht aus, um den kompletten Flüssigkeitsbedarf eines Kindes zu decken. Deshalb muss noch zusätzliche Flüssigkeit (abgekochtes, abgekühltes Wasser) über die Sonde gegeben werden. Flüssigkeit kann per Spritze langsam zugespritzt werden (bei kleineren Mengen) oder in ein Leergefäß (z.B. Container) gefüllt und über das Überleitsystem verabreicht werden. Die erforderliche Menge an Flüssigkeit ist sehr individuell und wird vom Arzt oder dem Ernährungsberater festgelegt.

Gastrisch

Zum Magen gehörig

Gastrostoma

Ein Gastrostoma ist eine durch die Bauchwand angelegte Öffnung in den Magen. Das Anlegen eines Gastrostomas wird als Gastrostomie bezeichnet.

Gastrostomie

Öffnung durch die Bauchdecke in den Magen

Gastrostomiesonde

Sonde, die über die Bauchdecke direkt in den Magen gelegt wurde und über die Sondennahrung, Flüssigkeiten und/oder Medikamente verabreicht werden können.

Gedeihstörung

Eine Gedeihstörung ist eine Verzögerung der körperlichen Entwicklung eines Kindes, sie ist häufig von Auffälligkeiten der motorischen und psychosozialen Entwicklung begleitet. Neben den messbaren Daten Körpergewicht und Körperlänge gibt es weitere klinische Symptome, die auf eine Unterernährung hinweisen: z.B. wenig Unterhautfettgewebe oder gering ausgebildete Muskulatur.  Gründe für die Gedeihstörung sind unzureichende Nahrungszufuhr, mangelhafte Verdauung und Aufnahme der Nährstoffe oder gesteigerter Energieumsatz.

Haltbarkeit von gebrauchsfertiger Sondennahrung

Angebrochene Sondennahrung in der Flasche muss ohne Kühllagerung innerhalb von 8 Stunden aufgebraucht sein. Im Kühlschrank können geöffnete Flaschen maximal 24 Stunden gelagert werden. Geöffnete Sondennahrung im Beutelsystem kann bis zu 24 Stunden am Infusionsständer ohne Kühllagerung hängen bleiben. Bei Nahrungspausen von mehr als 4 Stunden empfiehlt es sich, das gesamte System (inklusive Überleitgerät) in den Kühlschrank zu stellen. Vor erneuter Gabe ist darauf zu achten, dass die Sondennahrung an die Zimmertemperatur angepasst ist. Bitte immer die Herstellerempfehlung beachten!

Halteplatte

Perkutane Ernährungssonden haben eine innere und eine äußere Halteplatte. Die innere Halteplatte befestigt die Sonde im Magen und verhindert deren Herausgleiten. Die äußere Halteplatte fixiert die Sonde auf der Bauchdecke.

Infektion

Durch ein geschwächtes Immunsystem können krankmachende Bakterien und Viren nicht mehr richtig bekämpft werden. Die Folge ist eine Infektion, die den Körper schwächt und häufig zu Appetitlosigkeit führt. Gerade dann benötigt der Körper jedoch mehr Energie und lebenswichtige Nährstoffe, um einen Gewichtsverlust zu vermeiden. Der Ernährungsplan der Sondenernährung muss deshalb möglicherweise vom Arzt angepasst werden.

Intestinale Sonde

siehe Dünndarmsonde

Jejunale Sonde

siehe Dünndarmsonde

Klemme

Eine kleine Vorrichtung, die im geschlossenen Zustand ein Auslaufen der Sonde verhindert.

Konnektor

Als Konnektor wird das Ansatzstück am oberen Ende von Ernährungssonden bezeichnet. Jede Ernährungssonde hat einen Konnektor, um Überleitgeräte oder Spritzen sicher mit der Sonde zu verbinden.

Kontamination

Verunreinigung eines Systems durch unerwünschte oder schädliche Stoffe, z. B. durch Krankheitskeime 

Kontinuierliche Applikation

Applikationsmethode, bei der die Sondennahrung mit einer festgelegten Flussrate kontinuierlich über mehrere Stunden verabreicht wird

Kostenübernahme durch die Krankenkasse

siehe Verordnungsfähigkeit

Lagekontrolle der Sonde

Die Überprüfung der richtigen Lage ist bei Nasensonden besonders wichtig, da diese leicht verrutschen können. Dies kann erfolgen durch das Ansaugen von Magensaft mit einer Spritze und anschließender pH-Wert- Bestimmung. In der Klinik ist eine Kontrolle mit dem Röntgengerät oder dem Endoskop möglich. 

Lagerung des Patienten

Um ein Zurückfließen der Sondennahrung in die Speiseröhre, sowie eine Aspiration zu vermeiden, sollte der Patient während der Sondenernährung und bis etwa eine Stunde danach zur Vermeidung von Aspiration hoch gelagert werden (30 Grad), idealerweise sitzen.

Liegezeit der PEG

PEG -Sonden können über Monate oder sogar Jahre liegen, da die Materialien heute sehr stabil sind. Ein Austausch der PEG ist nur dann erforderlich, wenn sich brüchige Stellen zeigen oder die Sonde porös wird.

Magensonde

Eine Magensonde ist eine Ernährungssonde, deren Ende im Magen liegt. In Abhängigkeit von der Dauer der Ernährungstherapie kann eine Magensonde entweder transnasal (d.h. durch Nase und Speiseröhre; für eine kurz- bis mittelfristige Ernährungstherapie < 8 Wochen) oder perkutan (d.h. durch die Bauchdecke; für eine längerfristige Therapie > 6 Wochen) platziert werden.

Mandrin

Ein Mandrin ist ein meist aus geflochtenem Stahlmaterial gefertigtes Hilfsmittel zur Erstplatzierung einer Sonde. Er dient zur inneren Versteifung einer Sonde und sollte insbesondere bei kleinen Sondendurchmessern (CH 5 - CH12) sowie flexiblen Sondenmaterialien (z.B. Silikon) verwendet werden. Vor dem Legen einer Sonde wird der Mandrin in die Sonde eingeführt, nach der Platzierung lässt er sich aufgrund einer Gleitmittelbeschichtung leicht wieder entfernen.

Mangelernährung

Mangelernährung beschreibt einen Mangelzustand an Energie, Eiweiß oder anderen Nährstoffen. Es kann sich um einen generellen Mangel an allen Nährstoffen und Energie handeln, aber auch um Mangelzustände einzelner Nährstoffe (z.B. Eiweiß, Vitamine). Die häufigsten Gründe für eine Mangelernährung im Rahmen einer Krankheit sind ein erhöhter Nährstoffbedarf (z.B. bei chronischen und akuten Erkrankungen, Fieber, Verletzungen), eine zu geringe Aufnahme an Nährstoffen (z.B. bei Appetitlosigkeit, Übelkeit, Schluck- und Kaustörungen) oder Verluste von Nährstoffen (z.B. bei schweren Durchfällen, Erbrechen, Darmerkrankungen). Erstes Anzeichen einer Mangelernährung ist oft ein ungewollter Gewichtsverlust innerhalb kurzer Zeit oder auch eine mangelnde Gewichtzunahme. Unbehandelt beeinträchtigt ein schlechter Ernährungszustand die Lebensqualität und wirkt sich negativ auf den weiteren Krankheitsverlauf aus.

Medikamentengabe über die Sonde

Wenn Medikamente über die Sonde verabreicht werden müssen, sind grundsätzliche Dinge zu beachten:

  • Medikamente immer getrennt von der Nahrung verabreichen
  • Medikamente in flüssiger Form sind am besten geeignet, da leichter zu verabreichen
  • Bei Tabletten: Jedes Medikament separat gut zerreiben (Mörser verwenden) und in ausreichend Flüssigkeit auflösen. Zuvor sollte in Absprache mit dem Arzt oder Apotheker geprüft werden, ob sich das Medikament zum Mörsern/Zerkleinern eignet bzw. alternative Dosierungsformen zur Verfügung stehen.
  • Sonde jeweils vor und nach jeder Medikamentengabe mit mindestens 20 ml Wasser spülen
  • Medikamente in einer Spritze aufziehen und über die Sonde verabreichen
  • Jedes Medikament einzeln verabreichen

Bei Unsicherheiten fragen Sie unbedingt Ihren Arzt oder Apotheker!

Mineralstoffe

siehe Vitamine / Mineralstoffe / Spurenelemente

Mundpflege

Obwohl die Nahrung bei Sondenpatienten nicht durch den Mund aufgenommen wird, ist eine regelmäßige Mundpflege wichtig, um Infektionen zu vermeiden. Mindestens zwei Mal täglich sollten die Zähne mit Zahnbürste und Zahnpasta gereinigt werden.

Nächtliche Ernährung

Die Sondennahrung kann/muss auch über Nacht verabreicht werden, wenn tagsüber nicht die erforderliche Gesamtmenge an Nahrung gegeben werden konnte. Eine gute Überwachung des Patienten sollte aber sichergestellt sein. Die Gabe mit Hilfe einer Ernährungspumpe ist unerlässlich.

Nährstoffe

Unter dem Begriff Nährstoffe werden die Nahrungsbestandteile zusammengefasst, die dem Körper Energie liefern und für bestimmte Körperfunktionen lebensnotwendig sind. Kohlenhydrate und Fette sind in erster Linie Energielieferanten. Eiweiß dient dem Körper für wichtige Stoffwechselreaktionen und als Bausubstanz. In der ausgewogenen Ernährung des Menschen sollten alle Nährstoffe in ausreichender Menge enthalten sein. Wichtig ist dabei auch das Verhältnis der Nährstoffe zueinander. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt folgende Energie-Nährstoffrelation für Kinder: 8-13 % Eiweiß, 30-40 % Fett und 50 % Kohlenhydrate.

Nasogastrale Sonde (NG-Sonde)

Diese Sonde verläuft durch die Nase an der Speiseröhre entlang in den Magen. Durch diese kann die Sondennahrung, Flüssigkeiten und/oder Medikamente direkt in den Magen verabreicht werden können.

Obstipation

siehe Verstopfung (= Obstipation)

Oesophagus

Speiseröhre – dient dem Transport von Nahrung vom Mund in den Magen

Oral

Zum Mund oder zur Mundhöhle gehörig

Orale Ernährung

Unter oraler Ernährung versteht man die Gabe herkömmlicher Lebensmittel über den Mund. Eine Trinknahrung wird ebenfalls oral aufgenommen und kann als Ergänzung zur herkömmlichen Ernährung oder als alleinige Nahrungsquelle genommen werden. Auch sind viele Sondenpatienten durchaus in der Lage, kleine Mengen zu essen oder zu trinken. Die Geschmackseindrücke können die Lebensqualität der Betroffenen steigern und fördern den Speichelfluss.

Osmolarität

Die Osmolarität gibt die Teilchenanzahl osmotisch aktiver Substanzen (z.B. Salz, Zucker, Proteine) pro Liter Lösung (mOsmol/l) an. Die Osmolarität stellt eine wichtige Größe bei der praktischen Anwendung der enteralen Ernährung dar. Ihre Deklaration ist gesetzlich vorgeschrieben. Körperflüssigkeiten weisen normalerweise eine Osmolarität von 280 – 320 mOsmol/l auf. Zur Vermeidung von Durchfällen ist es wichtig, dass die Trink- und Sondennahrung eine ähnliche Osmolarität wie die Körperflüssigkeit aufweist und die Nahrung langsam verabreicht bzw. getrunken wird.

PEG

Abkürzung für „perkutan endoskopisch kontrollierte Gastrostomie“. Eine PEG-Sonde ist eine perkutane Ernährungssonde, die einen direkten und dauerhaften Zugang durch die Bauchdecke zum Magen gewährleistet.

PEJ

Perkutan-endoskopische Jejunostomie

Hier liegt die Sonde anstatt im Magen im Dünndarm. Die Nahrung wird direkt in den Dünndarm geleitet.

Perkutan

Perkutan bedeutet „durch die Haut“. In Bezug auf perkutane Sonden bedeutet das, dass eine Sonde durch die Bauchdecke direkt in den Magen geführt wird.

Perzentile

Eine (Gewichts-)Perzentile vergleicht das Wachstum eines Kindes mit der Durchschnittspopulation an Kindern im entsprechenden Alter. Eine Gedeihstörung erkennt man am Abfall der Gewichtsperzentile. Wird dabei die 3er-Perzentile für Körpergewicht und Körperlänge unterschritten, dann ist das Kind kleiner oder leichter als 97% seiner Altersgenossen. Hierbei geht man von einer Gedeihstörung aus. Diese kann aber auch dann vorliegen, wenn sich bei zuvor normaler Entwicklung gegenüber Voruntersuchungen ein deutlicher Abfall der Messwerte zeigt.

Reflux

Gastroösophagealer Reflux bezeichnet den Rückfluss von Magenflüssigkeit und/oder Speisebrei in die Speiseröhre. Dies kann längerfristig zu entzündlichen Veränderungen der Speiseröhrenschleimhaut kommen (Refluxösophagitis).

Ritsch-Ratsch-Klemme

In den meisten Fällen wird bei der Platzierung von PEG-Sonden eine Ritsch-Ratsch-Klemme an der Sonde angebracht. Sie verhindert das Zurücklaufen von Sondennahrung / Mageninhalt. Zum Ernähren wird die Klemme geöffnet, während der Nahrungspausen kann sie geschlossen werden.

Rückhalteballon

Der Rückhalteballon ist bei den „Ballonsonden“ am Ende der Sonde angebracht und übernimmt die Funktion der inneren Halteplatte. Der Ballon wird von außen mit Hilfe einer Spritze über ein gekennzeichnetes Ventil mit sterilem Wasser gefüllt (geblockt). Über dieses Ventil kann er auch wieder entleert (entblockt) werden. Hierzu wird eine leere Spritze auf das Ventil aufgesetzt und die Flüssigkeit abgezogen

Schwerkraftapplikation

Unter Schwerkraftapplikation versteht man die Verabreichung von Sondennahrung mit einem Überleitgerät, ohne Einsatz einer Pumpe. Durch den Höhenunterschied zwischen Nahrungsbehälter und Sonde (etwa ein Meter) fließt die Sondennahrung durch das Überleitgerät. Die Fließgeschwindigkeit der Nahrung wird über die Rollenklemme am Überleitgeräts reguliert.

Selbst hergestellte Sondennahrung

Sondennahrung sollte nicht selbst hergestellt werden, da sich dadurch mehrere Risiken für den Patienten ergeben können: Die Zusammensetzung lebenswichtiger Nährstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente ist nicht gewährleistet (Bilanzierung = ausgewogenes Verhältnis der Nährstoffe). Durch langes Kochen der Zutaten werden Vitamine zerstört. Um eine gute Sondengängigkeit zu erreichen, ist oft eine hohe Verdünnung mit Wasser nötig. Diese verringert die Nährstoffdichte und führt zu einer hohen Mengenbelastung für den Magen des Patienten. Weiterhin bergen selbst hergestellte Nahrungen ein erhebliches bakterielles Risiko und können leicht verderben. Die Gefahr der Sondenverstopfung ist bei selbst hergestellter Sondennahrung groß, da sich Nahrungspartikel in der Sonde festsetzen können. Die Herstellung einer solchen Sondenkost beansprucht zudem viel Zeit und führt häufig durch die zu hohe Osmolarität zu Verträglichkeitsproblemen. Gebrauchsfertige Sondennahrungen garantieren eine standardisierte Zusammensetzung und damit eine sichere Versorgung mit den relevanten Nährstoffen.

Sonde

Bei Sonden zur Ernährung handelt es sich um dünnwandige, gewebefreundliche Kunststoffschläuche, die in den Magen bzw. Dünndarm gelegt werden. Ernährungssonden werden entweder über die Nase gelegt (Nasensonden) oder direkt durch die Bauchdecke (Perkutane Sonden).

Sondenverlängerung

Ein Schlauch, der zwischen dem Überleitgerät und der Sonde befestigt wird

Sondenpflege und Spülen der Sonde

Um ein Verstopfen zu vermeiden, müssen Ernährungssonden regelmäßig gespült werden. Als Spülmenge sollten mindestens 20 ml, besser 40 ml körperwarme Flüssigkeit verwendet werden. Als Spülflüssigkeit eignen sich steriles Wasser oder stilles Mineralwasser am besten, ebenso wie frisch abgekochtes, abgekühltes Trinkwasser. Gespült werden muss jeweils vor und nach jeder Nahrungsgabe sowie vor und nach jeder Medikamentengabe (bei mehreren Medikamenten nach jedem einzelnen Medikament spülen). Auch wenn die Sonde nicht benutzt wird, sollte spätestens nach 8 Stunden gespült werden. Ungeeignet zum Spülen sind schwarzer oder grüner Tee, Früchtetee und Fruchtsäfte, da sie zum Ausflocken von Nahrungsbestandteilen führen können.

Speiseröhre (Ösophagus)

Die Speiseröhre ist ein ca. 30 cm langer Abschnitt zwischen Kehlkopf und Mageneingang und dient dem Transport der Nahrung vom Rachenraum bis in den Magen.

Spurenelemente

siehe Vitamine und Mineralstoffe

Stoma

Ein Stoma ist ein künstlich geschaffener Kanal, der von einem Hohlorgan (z.B. Magen) zur Körperoberfläche (z.B. durch die Bauchdecke) führt. Das Verwachsen des Magens mit dem Unterhautfettgewebe nach einer PEG-Anlage wird als Stoma bezeichnet.

Trachea

Die Luftröhre dient dem Transport der Atemluft vom Mund zur Lunge

Transnasale Sonden

Bezeichnung für Nasensonden

Verdünnen der Sondennahrung

Sondennahrung ist bereits gebrauchsfertig und sollte nicht verdünnt werden. Durch das Vermischen mit anderen Flüssigkeiten besteht die Gefahr, dass Keime in die Nahrung eingebracht werden, wodurch der Patient unnötig gefährdet wird und die Nahrung verderben kann. Des Weiteren ist die Stabilität der Sondennahrung durch die Verdünnung nicht mehr gewährleistet, was zur Verstopfung der Sonde führen kann. Deshalb sollen Sondennahrung und Flüssigkeit immer getrennt voneinander verabreicht werden.

Verordnungsfähigkeit

Sondennahrung, die als ausschließliche Nahrungsquelle geeignet sind (vollbilanziert) ,sind bei fehlender oder eingeschränkter Fähigkeit zur ausreichenden normalen Ernährung verordnungsfähig (AM-RL 2009 Kapitel I §§ 18-26), das heißt, dass der Arzt die Nahrung per Rezept verordnen kann .Dies ist der Fall, wenn eine Modifizierung der Nahrung oder sonstige ärztliche/pflegerische Maßnahmen zur Verbesserung der Ernährungssituation nicht ausreichen. Die Kosten für die Produkte zur medizinisch notwendigen Ernährung (Trinknahrung, Sondennahrung und Applikationstechnik) werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Die Zuzahlungsregelungen sind identisch mit denen von Medikamenten.

Verstopfung (Obstipation)

Verstopfung ist keine Krankheit, sondern ein Symptom. Die normale Stuhlfrequenz variiert individuell – von dreimal täglich bis dreimal wöchentlich. Hat ein Mensch weniger als dreimal pro Woche Stuhlgang, sprechen Mediziner von einer Verstopfung. Der Stuhl ist meist hart und die Darmentleerung schwierig. In den meisten Fällen ist eine Verstopfung harmlos, sie kann jedoch auch Symptom einer Krankheit sein. Um bei der Sondenernährung Verstopfung zu vermeiden, sollten generell Produkte mit Ballaststoffen verwendet sowie ausreichend Flüssigkeit zugeführt werden.

Verstopfung der Sonde

Sollte die Ernährungssonde schwer durchgängig oder verstopft sein, sollte als erstes versucht werden, eine Spritze auf den Konnektor zu setzen und durch Ansaugen die Sonde zu entleeren. Auch vorsichtiges Durchkneten der Sonde mit den Fingern kann helfen. Anschließend wird mit einer 50 ml-Spritze und warmem Wasser vorsichtig durchgespült. Die Verwendung von säurehaltigen Flüssigkeiten wie Cola oder Fruchtsaft zum Durchspülen ist nicht ratsam, weil dadurch die Verstopfung noch verstärkt werden kann. Rufen Sie Ihren Ansprechpartner des Ernährungsteams oder den Kinderarzt an, wenn Sie die Verstopfung nicht lösen können.

Verträglichkeit

Ob die Sondennahrung gut vertragen wird, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Ganz wichtig ist es deshalb, die Nahrung auf die Verdauungsmöglichkeiten des Patienten abzustimmen, Unverträglichkeiten gegen einen der enthaltenen Inhaltsstoffe der Nahrung zu prüfen (z.B. Milcheiweiß) und die Zufuhrmenge sowie -geschwindigkeit genau auf den Patienten abzustimmen. Zu große Nahrungsmengen in zu kurzer Zeit sind die häufigsten Ursachen für Unverträglichkeiten. 

Vitamine / Mineralstoffe / Spurenelemente

Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente sind für den Menschen essentielle Nährstoffe, die vom Organismus nicht selber hergestellt werden können und daher über die Nahrung zugeführt werden müssen. Der Bedarf an diesen sogenannten Mikronährstoffen ist bei bestimmten Krankheiten oftmals erhöht. In der Diätverordnung sind die rechtlichen Grundlagen hinsichtlich der Zusammensetzung von Sondennanahrungen geregelt. Diese schreibt Mindest- und Höchstmengen an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen vor, die in einer ausgewogenen Sondennahrung enthalten sein müssen. Vitamine sind an zahlreichen unterschiedlichen Stoffwechselvorgängen beteiligt. Sie kommen sowohl in pflanzlichen als auch in tierischen Lebensmitteln vor. Vitamine werden nach ihrer Löslichkeit in fettlösliche und wasserlösliche Vitamine eingeteilt. Die ungenügende Zufuhr kann zu schweren Mangelerscheinungen führen. Mineralstoffe sind wesentlich an der Aufrechterhaltung des Wasser-, Elektrolyt- und Säure-Basen-Haushaltes beteiligt. Erkrankungen mit Symptomen wie z.B. Erbrechen, Durchfall und Fieber können auch in kurzer Zeit zu erheblichen Mineralstoffverlusten führen. Spurenelemente werden nur in kleinen Mengen benötigt. Hierzu zählen z.B. Chlor, Eisen, Fluor.

Zugangsweg

Beschreibt den Weg, auf dem Sondennahrung Zugang zum Verdauungssystem findet, z.B. über Nasensonden in den Magen oder Dünndarm (nasogastral, nasointestinal) oder durch die Bauchdecke in den Magen oder Dünndarm (perkutan gastral, perkutan jejunal).

Zutaten

Für die Herstellung von Trink- und Sondennahrung werden ausschließlich hochwertige Zutaten verwendet, die im Allgemeinen gut verträglich sind. Das Eiweiß liegt in der Regel in Form von leichtverdaulichem Milcheiweiß vor. Die Fette bestehen hauptsächlich aus einer Mischung von Sonnenblumen- und Rapsöl. Der Kohlenhydratanteil besteht vorwiegend aus Maltodextrin.