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Stufen der Ernährungstherapie

Manche Kinder z.B. mit neurologischen Erkrankungen wie z.B. der infantilen Zerebralparese oder anderen Behinderungen, brauchen eine besondere Ernährungsform. Dies ist immer dann der Fall, wenn eine Ernährung über die normale Nahrung nicht ausreicht, damit Ihr Kind ausreichend an Gewicht zunimmt und  altersentsprechend gedeihen kann. Dann kommt oft die medizinische Ernährung ins Gespräch.

Unter „Medizinisch enteraler Ernährung“ wird sowohl Trinknahrung  als auch Sondennahrung verstanden. Früher wurde diese Form der Ernährung als "Astronautenkost", "Astronautennahrung", "Flüssigkost" oder "künstliche Ernährung" bezeichnet.

Es gibt heute Produkte speziell für Kinder mit besonderen Ernährungsbedürfnissen. Diese gezielt für Kinder konzipierten hochkalorischen, medizinischen Trinknahrungen mit kindgerechtem Geschmack können leicht getrunken werden und sind immer dann geeignet, wenn die normale Ernährung nicht ausreicht und das Kind mehr Kalorien zur Unterstützung braucht. Sondennahrung  wird über eine Sonde direkt in den Magen oder Darm des Kindes verabreicht, wenn das Kind Ihr Kind nicht genug über den Mund zu sich nehmen kann.

Die Zusammensetzung und die Zutaten dieser Nahrungen sind rechtlich genau definiert und sollten altersentsprechend zusammengesetzt sein. Da Kinder in der Entwicklung ganz besondere Ernährungsbedürfnisse haben, sollten auch altersadaptierte Produkte eingesetzt werden. Sie versorgen Kinder mit allen lebensnotwendigen Nährstoffen.

Bei der Ernährung mit einer Trinknahrung und/oder Sondennahrung wird die Nahrung, genau wie "normales Essen", über den Magen-Darm-Trakt aufgenommen. Auch wichtig zu wissen: Sowohl Trinknahrungen als auch Sondennahrungen werden meist auf der Basis von Milch hergestellt, teilweise enthalten sie sogar echte Früchte. Sie bieten eine gute Möglichkeit, Kinder mit erhöhtem Energie- und Nährstoffbedarf mit ebendiesen zu versorgen. Bei den Trinknahrungen gibt es viele kalorienreiche Varianten, die in relativ kleinem Volumen den Bedarf der Kinder abdecken, also besonders leicht zu trinken sind und Kindern erfahrungsgemäß sehr gut schmecken.

Es gibt eine ganze Reihe von Situationen oder Erkrankungen, bei denen Trinknahrung oder Sondennahrung vorteilhaft oder gar erforderlich sein kann (siehe auch Wann ist Trinknahrung und Sondennahrung sinnvoll?). Je nach Situation und Zustand Ihres Kindes gibt es zwei Anwendungsmöglichkeiten: Entweder Ihr Kind bekommt Trinknahrung oder Sondennahrung zusätzlich zur normalen Ernährung oder es wird ausschließlich damit ernährt.

Für die praktische Ernährungstherapie im Kindesalter wird ein allgemein gültiges Stufenschema angewandt: 

Stufe 1 - Normalkost

Stufe 2 - Hochkalorische Ernährung:

Zur Verbesserung der Energieaufnahme kann die Verabreichung häufiger kleiner kalorienreicher Mahlzeiten über den Tag verteilt beitragen. Um die ausreichende Ernährung von Kindern mit erhöhtem Energiebedarf zu sichern, kann manchmal auch die Anreicherung der Wunschkost, beispielsweise mit Sahne oder anderen Fetten ausreichend sein. Sollte dies jedoch nicht ausreichen, besteht die Möglichkeit, die Nahrung mit geruchs- und geschmacksneutralen hochkalorischen Konzentraten wie beispielsweise Maltodextrin, Fett oder Eiweiß anzureichern.

Stufe 3 - Enterale Ernährung (Trinknahrung):

Reicht eine Anreicherung der Nahrung für eine adäquate Gewichtszunahme nicht aus, wird z.B. eine hochkalorische Trinknahrung zur Ergänzung des normalen Essens empfohlen. Hier stehen eine Vielzahl von Geschmacksrichtungen und auch veränderter Konsistenzen zur Verfügung.

Stufe 4 - Enterale Ernährung (Sonde):

Wenn die Ernährung in Form von hochkalorischer Trinknahrung nicht ausreicht und / oder das Schlucken nicht oder nur sehr schwer möglich ist, ist die Ernährung über die Sonde eine mögliche Alternative. Hier gibt es viele Wege und Optionen für eine individuelle Versorgung und verschiedene Lösungen für jedes Kind passend.

Stufe 5 - parenterale Ernährung:

Reicht die Ernährung im Form von Trinknahrung oder Sondennahrung nicht aus, um das Kind ausreichend mit Nährstoffen zu versorgen, kommt die parenterale Ernährung zum Einsatz. Die Nährstoffversorgung erfolgt dann über die Vene direkt in den Blutkreislauf.

Bei der Ernährung von Kindern mit einer Trinknahrung und/oder Sondennahrung sollten generell nur Produkte eingesetzt werden, die speziell für Kinder entwickelt wurden. Denn nur sie garantieren eine altersgerechte Zusammensetzung.

Der Arzt oder die Ernährungsfachkraft beraten Sie gern, damit die beste Form der Ernährungstherapie ganz speziell für Ihr Kind gefunden wird.